Zweierstrasse 176
8003 Zürich
Öffnungszeiten
< zurück Agenda-Detail

Säen und ernten - 14. September 2010

19 - 22 Uhr

Professor Peter Stamp, Kulturpflanzenwissenschaftler, ETH Zürich im Gespräch mit dem Investmentspezialisten Dr. Thomas Trauth, CEO Kaiser Ritter Partner Privatbank AG, Vaduz.

- Eintritt: CHF 10
- Apéro wird offeriert
- ca. 40 Sitzplätze (keine Reservation nötig)

Zum Thema:

"Was der Mensch sät, das wird er ernten", heisst es in der Bibel. Wörtlich verstanden, wäre damit alles klar. Ich pflanze Kartoffeln und esse Kartoffeln. Ich investiere Geld und kriege es zurück. Im übertragenen Sinn birgt nun aber bereits das Sprichwort "Wer Wind sät, wird Sturm ernten" einen Widerspruch. Weshalb potenziert sich (nur) eine negative Investition? Das Sprichwort basiert auf dem Bibelvers "Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten. Ihre Saat soll nicht aufgehen; was dennoch aufwächst, bringt kein Mehl; und wenn es etwas bringen würde, sollen Fremde es verschlingen."

Jetzt wird's schon spannender, denn damit sind wir auch bei der Ernährung und bei den Konflikten. Ob Weizenanbau oder Immobiliengeschäfte, Bananenexport oder Goldabbau - am Schluss geht's auffallend oft um den Boden.

Auswahl des Saatguts, Bodenbeschaffenheit, Bewässerung, Düngen, für alle Schritte den richtigen Zeitpunkt bestimmen, die Ernte rasch einfahren, den Ertrag feiern und nutzen, Rückstellungen machen, damit in der Erntefreien Zeit Nahrung da ist und erneut gesät werden kann.

Im Investmentbanking sind die Schritte ziemlich ähnlich. Und auch die Gefahren wie z.B. Ungeduld, Gier, kurzfristiges Denken, Missernte/Verlustgeschäfte, überholte (Anbau-)Methoden, kritische Grösse. In beiden Bereichen spielen Wetter-/Wirtschaftslage und Kultur eine Rolle. Im Banking wie in der Landwirtschaft nicht ethisch denken und handeln heisst, über kurz oder lang vor grossen Problemen stehen.

Wer Geld in eine Firma investiert, um (höhere) Gewinne zu erzielen, kann dies mit verschiedenen Absichten machen - und mit unterschiedlichem Erfolg. Ausserdem ist Investition nicht gleich Investition: Es gibt Gründungsinvestitionen, Sachinvestitionen, Ersatzinvestitionen, ... man kann in Kunst investieren, in ausländische Unternehmensbeteiligungen, in Waffenexporte oder in tropische Landwirtschaftsprojekte. Auch wer Böden auslaugt, respektive degradierte Böden wieder nutzbar macht, kann aus unterschiedlichen Motiven handeln.

Was kann ein 65-jähriger ETH-Professor von einem 45-jährigen Investmentspezialisten lernen und umgekehrt? Das Publikum ist aufgefordert, am Gespräch teilzunehmen.

nach oben